Minderjährige

Bei Minderjährigen gelten folgende Regeln.

Da das Piercen gemäss §223 Abs. 1 StGB den Straftatbestand der Körperverletzung erfüllt und dadurch StGB und BGB (Vertragsrecht) ineinander greifen ist die rechtliche Lage recht komplex.
Entgegen der landläufigen Meinung können z.B. Erziehungsberechtigte auch nicht einfach bei Kleinkindern einem Ohrloch (ganz gleich ob geschossen oder gepierct) einwilligen, solange das Kind nicht selbst in der Lage ist den Eingriff zu verstehen und selbst einzuwilligen. In diesem Falle macht sich sowohl der Durchführende wie auch der/die Erziehungsberechtigte(n) der Körperverletzung strafbar, da die Eltern nur Eingriffen zustimmen dürfen welche dem Wohle des Kindes dienen. 

Zudem stehen u.a. das zu erwartende Wachstum des Kindes, die Fähigkeit ein Piercing sachgemäss zu pflegen und andere äussere Umstände einem Piercing entgegen. 

Aus diesem Grunde habe ich ein Mindestalter von 14 Jahren zum piercen. 
Wobei verschiedene Piercings (wie natürlich Intim- und Brustwarzenpiercings, Implantate etc.) hiervon ausgenommen sind.

Im Alter von 14-16 Jahren sollte ein Erziehungsberechtigter anwesend sein, welcher den Vertrag mit unterschreiben muss und bei der Aufklärung und Erklärung der Pflege anwesend sein sollte.

Im Alter von 16-18 Jahren reicht eine schriftliche Bestätigung des Erziehungsberechtigten aus. Diese findest Du z.B. hier: Einverständniserklärung.

Es gilt zu beachten dass das Fälschen der Unterschrift eines Erziehungsberechtigten ebenso strafbar ist wie auch vorzugeben erziehungsberechtigt zu sein (Tante, Oma, Schwester etc. sind im Normalfall nicht erziehungsberechtigt).